Epoxidharz – Eigenschaften und Definition

Das Epoxidharz ist ein chemischer Kunststoff, der aus sogenannten Polymeren besteht. Vereinfacht ausgedrückt ist Epoxidharz das Produkt einer chemischen Verbindung von Molekülen. Eine wichtige Voraussetzung muss dabei gegeben sein: An einen ungesättigten Kohlenwasserstoff lagert sich ein Sauerstoffmolekül an. Kommt es zu dieser Verbindung, spricht man von einem Epoxid. Daher bezieht das Kunstharz seinen Namen. Grundsätzlich kann man ohne Probleme Epoxidharz kaufen.

Mit Epoxidharz werden mithilfe von Härtern sogenannte Faserverbundwerkstoffe hergestellt, die als Duroplaste bezeichnet werden. Für die Weiterverarbeitung müssen Sie also in der Regel noch weitere Materialien außer Epoxidharz kaufen. Diese haben die Eigenschaft, nach dem Aushärtungsprozess nicht wieder form-, schmelz- oder schweißbar zu sein. Da das Endprodukt dermaßen stabil und chemikalienbeständig ist, wird es vor allem als Klebstoff verwendet. ‘Naturbelassen’ befindet sich Epoxidharz im flüssigen bis zähflüssigen Zustand und ist im Normalfall geruchlos. So kann es auch von anderen chemischen Verbindungen wie Polyesterharz unterschieden werden, bei dem es zu Geruchsbildung kommen kann.

Der Prozess, bei dem Epoxidharze aushärten, wird als Polyaddition bezeichnet. Die Moleküle von Epoxidharz und Härter verketten sich dabei miteinander. Die für diesen Vorgang notwendige Verarbeitung erfordert allergrößte Sorgfalt, denn bei einem ungleichmäßigen Mischverhältnis von Epoxidharz und Härter bleiben sicht- und fühlbare Rückstände zurück, da sich überschüssige Moleküle nicht verbinden können. Bei der Verwendung von einem zu hohen Härteranteil wird das zu bearbeitende Werksmaterial beispielsweise trocken und spröde. Ist zu wenig verwendet worden entstehen feuchte, klebrige Rückstände.

Für gewöhnlich härtet das Harz eher langsam aus, durch den Einsatz sogenannter Beschleuniger kann aber auch schneller damit gearbeitet werden. Die Dauer hängt insgesamt von der genauen Zusammensetzung und dem verwendeten Härter ab. Im schnellsten Fall ist das Kunststoffgemisch innerhalb weniger Minuten ausgehärtet, bei einem langsamen Prozess beträgt die Aushärtungsdauer sogar einige Monate. Die Zeitspanne, in der man Epoxidharz weiter verarbeiten kann, wird als Topfzeit bezeichnet.

Epoxidharz ist gegenwärtig nicht recycelbar, allerdings wird daran gearbeitet, das Kunstharz in Zukunft auch auf der Basis nachwachsender Rohstoffe entwickeln zu können.

In der Regel kann man fertiges Epoxidharz kaufen und dann je nach Bedarf weiter verwenden. Wofür, ist im Folgenden erläutert, denn der Kunststoff ist ein wahres Multitalent.